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Agrophotovoltaik als Lösung für Flächenkonflikte?

Bisher standen sich der Flächenbedarf für Nahrungsmittelanbau und Energiegewinnung konkurrierend gegenüber. Mit der Kombination aus Landwirtschaft und Photovoltaik, auch Agrophotovoltaik genannt, soll diesem Flächenkonflikt entgegen gewirkt werden.

Was ist Agrophotovoltaik?

Agrophotovoltaik ermöglicht eine doppelte Nutzung der verfügbaren landwirtschaftlichen Fläche, indem die Solarmodule einige Meter über dem Boden angebracht werden und die darunterliegende Fläche weiterhin zum Anbau genutzt werden kann.

Es entstehen Synergieeffekte zwischen den Anlagen und den angebauten Pflanzen. Die Solarmodule schützen die darunterliegenden Kulturen vor zu hoher Sonneneinstrahlung oder extremen Wetterereignissen wie langanhaltender Trockenheit oder Hagel und beeinflusst so das Mikroklima. Außerdem kann durch die Beschattung die Feuchtigkeit im Boden besser erhalten und der Wasserverbrauch so reduziert werden. Andersherum sind die Solarmodule durch die Kühleffekte der Pflanzen messbar kühler als die Module klassischer Anlagen und bieten so eine effizientere Energiegewinnung.

Zusätzliche ökonomische Faktoren

Durch die Stromproduktion bietet sich den Landwirten eine zusätzliche Einkommensquelle durch Einspeisung bzw. Kosteneinsparungen durch Eigenverbrauch. Die Landwirte können mit dem selbst produzierten Strom Melkmaschinen und Kühlanlagen betreiben oder die zukünftig noch weiter verbreiteten Elektroautos oder sogar E-Traktoren mit Strom versorgen.

Bereits in Deutschland konnte eine 60-86 prozentige Steigerung der Landnutzungseffizienz erzielt werden - Das bedeutet, dass bei gleicher Fläche ein 60-86 prozentiger höherer Nutzen entsteht.

Weiteres Potential

In (semi-)ariden Regionen mit besonders starker Sonneneinstrahlung wird ein noch größeres Potential gesehen. Dort wird fast eine Verdopplung der Landnutzungseffizienz erwartet und die Photovoltaikanlagen dienen der dezentrale Stromerzeugung in netzfernen Gebieten. Zusätzlich verbessern sich dort auch die Arbeitsbedingungen, da auch die Landwirte unter den Solarmodulen vor der starken Hitze und Sonnenstrahlung geschützt werden.

Damit sich diese Lösung jedoch durchsetzen kann, muss nicht nur weiter erforscht werden, welche Kulturen in welchen Klimaregionen am besten unterhalb der Photovoltaikanlagen gedeihen können, sondern müssen auch die politischen Voraussetzungen verbessert werden.

Um weitere wichtige Änderungen an der aktuellen Agrarpolitik geht es auch in der Debatte um die momentane EU-Agrarreform.

Naturefund startet hierzu am 22.11. und am 30.11.2019 an zwei Standorten in Deutschland einen partizipativen Prozess zum Thema "Die Landwirtschaft von morgen" zu der wir herzlich einladen. Weitere Informationen finden Sie hier.

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